Baut mehr Moscheen!

(Niels Walker)

140.000 Menschen leben neben dem Kölner noch in und um Köln. Hierbei handelt es sich für die Ureinwohner des Rheintales um relative Unbekannte, sie betreiben meist Dönerbuden, Kioske und kleine Müllcontainerfirmen. Nun plant diese ob ihrer Größe nicht zu verachtende Minderheit etwas Großes. Es wird kommen, es kündigt sich in allen Gazetten des Landes an: ein neues Gemeindezentrum.

Achso. Na wenn es weiter nichts ist. Ein Gemeindezentrum? Kennt man in Köln, gibt es ja schon. Wenn jedoch der Zusatz ‚islamistisches’ dazu kommt kocht die Angst hoch. Döner-Ali baut sich eine Moschee? Nur von seinen Dönern? Und predigt da dann der Priester von Terror und Untergang der westlichen Welt? Sind das dann die, die nervös mit ihren kleinen Kettchen im Bus sitzen und 20 Kügelchen abzählen bis der Bus in die Luft fliegt? Unsicherheit weht durch die Stadt, Köln schreckt auf und fragt sich wer diese Leute sind, die stets ruhig, wenn auch unverständlich, ihre Dönerbuden betrieben. Das Wissensrepertoire ist schnell abgeklappert, der eine murmelt von Mekka, der andere von Teppichen und die Kassiererin von Rewe weiß zu berichten, dass die nie Schweinefleisch kaufen.

Die islamische Gemeinde macht derweil Nägel mit Köpfen, bis sich ein Volk (das Kölner) selbst erzieht und über die fremde Religion informiert zieht man einen Kölner Kirchenbaumeister als Architekt heran. Der Entwurf steht, die Finanzierung liegt sicher im Fladen, doch immer noch wird das Projekt gegrillt. Die Kölner Vereinigung unterbelichteter rechter Großmäuler (Pro Köln) stürmt Anhörungen und Besprechungen zum Bau. Wegen dummen Verhaltens werden sie jedoch rausgeworfen, schimpfen die Moscheeverfächter Nazis und sind besorgt, dass ein Minarett nicht ins gemütliche Kölner Stadtbild passe. Und dazu noch der Ruf des Muezzin! Und Freitags soll frei sein und in der neuen Moschee dann viel gebetet werden wenn der Iman von der Minbar predigt? Die Anwohner fürchten derweil ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und den Einfluss des Ramadan auf die umliegenden Supermärkte. Wegen islamischem Brauchtums im Rewe weniger einkaufen können? Anwohner, ProKölnaktivisten und mehr Volk zeigen sich überstürzt mit Besorgnissen. Andere wiederum sehen dem Bau optimistisch entgegen, eine Bibliothek soll entstehen, Geschäfte sollen dazukommen und ein Restauration jenseits von Dönerbuden die kulinarische Seite von Vorderasien beleuchten. Und was es da alles gibt! Leuchtende Augen hier, bestürzte Blicke dort, aber alle wissen worüber sie sprechen. Der Kölner hat hier ohne es zu wissen eines getan. In seiner Angst um seine Stadt, um seine Gemütlichkeit hat er sich den Islam genauer angesehen, er hat hingeschaut und sich informiert. Die Bauherrengemeinde ist beseelt, nun weiß das Urvolk wer man ist. Ob das Gemeindezentrum nun gebaut wird oder nicht, interkulturell förderlich ist so ein Streit allemal.

Also: Baut mehr Moscheen! (Oder nehmt es euch zumindest vor)

Niels Walker